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Die zwei Wochen in Osteuropa waren eindrucksvoll und ein Segen für beide Parteien.

Wer in Moldawien einreist, wird genau gemustert. Unsere bunt durchmischte Gruppe ist wohl ein Jahreshighlight für die Angestellten am Flughafen. Was wir denn in Moldawien wollen, war die Frage der Dame hinter der Glasscheibe. Normalerweise besuchen Touristen das ärmste Land Europas lediglich, um Verwandte zu besuchen. Wir aber freuen uns über die überraschten Gesichter, als wir mitteilen, dass wir über zwei Wochen das Land bereisen und Freunde treffen. Mit welcher genauen Mission wir aber kommen, behalten wir für den Moment noch für uns. Denn das würde die Vorstellungskraft unseres vis-à-vis endgültig übersteigen.

Noch in derselben Nacht holen uns zwei nette Moldawier am Flughafen ab um uns in eine Unterkunft nahe der Hauptstadt Chisinau zu führen.

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Clinic Moldawien
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Auf einem Camups einer christlichen Schule fühlen wir uns herzlich willkommen und gut aufgehoben. Die Unterkunft ist einfach aber sauber. Für die Mahlzeiten ist gesorgt. Das Küchenteam der Schule zaubert uns die besten Menus auf den Tisch. Obwohl die wenigsten Englisch sprechen und wir weder rumänisch noch russisch, ist der Austausch herzlich und offen.

Für den ersten Tag steht gegenseitiges Kennenlernen, Lastwagen prüfen und Überprüfung der Praxis inkl. Instrumente auf der Agenda, denn wir wollen für den Einsatz am darauffolgenden Tag ready sein. Mit zwei Zahnärzten und zwei Assistentinnen und weiteren Volontärs on board, geht es am nächsten Morgen früh nach Dorotcaia los.

Bereits die Fahrt ist ein Abenteuer und wer das Auto navigiert braucht nicht wenig Mut und Gottvertrauen. Wir parkieren unseren LKW im Garten der örtlichen Gemeinde und starten eine Stunde später mit den Behandlungen. Heitere Kinderstimmen und die Musik aus unseren Boxen locken die neugierigen Dorfbewohner an. Bereits nach kurzer Zeit bildet sich eine Warteschlange in unserem outdoor Warteraum. Unsere Patienten sind unendlich dankbar und könne ihr Glück kaum fassen, kostenlos auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen zu können. Wer die Zeit mit Warten verbringt, darf sich gratis Zahnbürsten aussuchen sowie prophylaktische Zahnpflegetipps anhören. Langweilig wird es dabei nicht.

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Weiter gehts in der zweiten Hälfte der Woche in das an den Campus angrenzende Dorf Sociteni. Auch hier treffen wir auf unglaublich viel Hoffnungslosigkeit. Mit der Zahnbehandlung verändern wir angesichts der grossen Armut nur wenig. Trotzdem spüren wir, wie Herzen aufgehen. Hier geht es nicht nur um das körperliche Wohl, sondern um das Würdigen unserer Nächsten. Nicht selten verlassen unsere Gäste die Kleinpraxis mit Tränen in den Augen. Vielleicht wissen nur wir, dass die Tränen nicht vom Schmerz der Anästhesie kommen, sondern von der Hingabe der Menschen, die ihnen auf Augenhöhe begegnen. Wo sich Herzen verbinden ist sprachliches Verständnis zweitrangig.

Auch die zweite Woche ist geprägt von persönlichen Geschichten und dankbaren Dorfgemeinschaften. Nachdem wir übers Wochenende unsere Basis nach Sarata-Galbena verlegt hatten, beginnen wir am Montag mit einem teilweise erneuerten Team ganz im Westen des Landes mit der Arbeit. In Antonesti spüren wir rasch, wie weit weg wir von der für uns so normal gewordenen Zivilisation sind. Die meisten Patienten waren noch nie in ihrem Leben beim Zahnarzt. So kommen unsere Zahnärzte nicht darum herum, bei einzelnen Patienten 5, 6, 7 oder gar 8 Zähne – oder was davon übrig geblieben ist – zu entfernen. Was uns schier unvorstellbar erscheint, bedeutet für die dankbaren Empfänger dieser Hilfeleistung ein Ende von Entzündungen, starken Schmerzen, Schlaflosigkeit und vielen üblen Nebenwirkungen im ganzen Körper.

Die Kirche aus dem Nachbardorf, mit der wir hier zusammenarbeiten, nimmt diesen Einsatz zum Anlass, um ab dem darauffolgenden Sonntag in Antonesti regelmässige Gottesdienste abzuhalten und die Menschen weiterhin mit dem Notwendigsten zu versorgen.

In der zweiten Wochenhälfte fahren wir wiederum einige Autostunden in den Norden, um in Nisporeni kostenfreie Behandlungen anzubieten. Eigentlich hätte der Leiter der lokalen Kirche mit uns in ein abgelegenes Dorf fahren wollen. Da die dortige orthodoxe Kirche dies ablehnte, bleiben wir in der mittelgrossen Stadt.

Zum Abschluss des Einsatzes stellen wir die Klinik für einige Stunden neben einem Altersheim in Sarata-Galbena auf und behandeln die dortigen Bewohner, die teilweise nicht mehr genügend mobil für einen Zahnarztbesuch in der nächst grösseren Stadt wären. Ein besonderes Highlight verdanken wir einem mitgereisten Oral-Chirurgen, der einer älteren Frau einen im Oberkiefer im Knochen eingewachsenen Zahn entfernen kann, unter welchem diese Jahrzehnte gelitten hatte. Voller Dankbarkeit verabschiedete sie sich überschwänglich vom Team und nahm den Störenfried in einem kleinen Schächtelchen mit.

Wir danken allen herzlich, die diesen Einsatz möglich gemacht haben. Es ist für uns nach wie vor ein Privileg Menschen zu dienen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Für genau diese Menschen brennt unser Herz. Go for the ONE.

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2019-11-04T09:40:02+00:00